Einen sicher geglaubten „Dreier“ gaben die Kassel Huskies beim heutigen Aufeinandertreffen mit dem EC Bad Nauheim aus der Hand. Bis kurz vor Schluss führte das Team von Cheftrainer Tim Kehler mit 3:2, ehe Bad Nauheim die Partie zunächst in die Verlängerung brachte und dort in Person von Julian Chrobot den 3:4 n.V. (1:1/2:1/0:1/0:1)-Endstand herstellte.

Das Spiel startete mit einer kalten Dusche für die Gastgeber. Cason Hohmann hatte eine Unstimmigkeit beim Kasseler Wechsel blitzschnell erkannt, war auf dem rechten Flügel enteilt und hatte den frei vor Kuhn stehenden Arniel gefunden, der keine Mühe hatte Jerry Kuhn im Kasten der Huskies zu überwinden (1.). Die Schlittenhunde zeigten sich geschockt, während die Gäste aus Nauheim weiter aufs Gas drückten. Erst mit Valentins Chance in der 8. Minute wachten die Huskies auf. Es folgten Chancen im Minutentakt, doch ECN-Torsteher Bick blieb nervenstark. Die beste Chance auf den Ausgleich vergab Marcel Müller, der Bick hinter dem Tor stehend an den Rücken schoss, der Puck aber nicht final über die Torlinie trudeln wollte. Doch nur Augenblicke später sorgte die Leihgabe der Kölner Haie doch noch für ein „Rama Lama Ding Dong“. Mit einem sehenswerten Move wackelte er Bick aus und netzte im langen Eck ein (14.). Fast hätte Clarke Breitkreuz aus nächster Nähe noch das 2:1 erzielt, doch Bick hielt seinen Mannen das 1:1 zur ersten Pause fest.

Zu Beginn des Mitteldrittels schlugen die Nauheimer erneut früh zu. Chrobot zog flink vom Flügel in die Mitte, nutzte den Verkehr vor Kuhn und netzte zur 1:2-Führung ein. Und – ebenfalls analog zum ersten Drittel – spielte sich Marcel Müller als Spielverderber auf. Mit einer Energieleistung zog auch er vors Tor und zwang einen Nauheimer Verteidiger derart in den Zweikampf, dass dieser seinen Goalie samt Scheibe über die Linie beförderte – 2:2! Und damit nicht genug. Auch Neu-Husky Troy Rutkowski trug sich noch auf der Anzeigetafel ein. Im Powerplay – durch Ryon Moser in Szene gesetzt – drosch er einen strammen Schlagschuss an Bick vorbei in die Maschen – das Spiel war gedreht, 3:2.

Im Schlussdrittel blieb das schnelle Gegentor der vorangegangenen Drittel aus. Doch auch die Huskies hatten kein Glück mehr im Abschluss. Trivino traf direkt nach Wiederbeginn nur den Pfosten und auch Tiffels Schuss entschärfte Bick ohne größere Schwierigkeiten. Die Stadionuhr tickte dem Ende entgegen, doch die Mannen von ECN-Coach Hannu Järvenpää hatten noch einen Trumpf in der Hinterhand. Sekunden vor dem Ende nutzten die Gäste aus der Wetterau eine numerische Überlegenheit für den späten Ausgleich. Kelsey Tessier wurde am langen Pfosten mustergültig von Arniel in Szene gesetzt und sorgte folglich für den umjubelten 3:3-Ausgleich.

So musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen. Und hier kam es wie es kommen musste. Ryan Olsen verlor die Scheibe in der Offensive und ermöglichte den Nauheimern im Konter die Gelegenheit zur Entscheidung. Hier ließ sich Chrobot nicht zweimal bitten und sorgte mit seinem Treffer zum 3:4 für die bittere Entscheidung.