Kassel, 24. Januar 2019. Freud‘ und Leid lagen bei den Kassel Huskies zuletzt sehr nah beieinander. Auf den enttäuschenden Heim-Auftritt am vergangenen Sonntag gegen den ESV Kaufbeuren folgte vor zwei Tagen der überzeugende 4:1-Derbysieg über die Löwen Frankfurt. Das wiedergewonnene Selbstvertrauen soll nun auch ins bevorstehende Wochenende transportiert werden; am morgigen Freitag steigt gegen den EC Bad Nauheim das nächste Derby, zwei Tage später steht das schwere Auswärtsspiel bei den Lausitzer Füchsen an.

Auch personell hat sich einiges bei den Schlittenhunden getan. Nach Tyler Grons Beurlaubung traf Mark Ledlin in Kassel ein, ein Einsatz am Wochenende kommt für ihn allerdings noch zu früh. Auch Alexander Karachun, der die Huskies gegen Frankfurt verstärkte und ein Sonderlob von Cheftrainer Tim Kehler einheimste, wird wieder für die Grizzlys Wolfsburg spielen und den Huskies daher nicht zur Verfügung stehen.

Die kommenden Huskies-Gegner aus Bad Nauheim und Weißwasser gehören zu den Überraschungsteams der laufenden Saison.

EC Bad Nauheim (Freitag, 25. Januar, 19:30 Uhr, Eissporthalle Kassel)

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Roten Teufel Bad Nauheim die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein sicherer Mittelfeldplatz, das war das, was die meisten Experten den Wetterauern zutrauten. Mit einem Heimsieg über die Bietigheim Steelers am 30. November läutete das Team von Cheftrainer Christof Kreutzer aber eine Erfolgsphase ein, die es inzwischen bis auf einen sicheren Playoff-Platz spülte. Neun Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Preplayoff-Rang, die Tabellenspitze ist sogar nur acht Punkte entfernt. Von den letzten 19 Spielen gingen nur deren fünf verloren, im heimischen Kurpark ist man seit neun Spielen ungeschlagen.

Das Motto „der Star ist der Trainer“ trifft bestens auf die Roten Teufel zu. Der ehemalige Coach der Düsseldorfer EG und Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft baut auf das Kollektiv und nicht auf einzelne, herausragende Stars, wenn gleich die Sylvester-Brüder Dustin und Cody als interne Topscorer natürlich zu den Leistungsträgern gehören. Im Tor hat Rückkehrer Felix Bick den Nummer-Eins-Status inne, nach kurzem Intermezzo in Frankfurt entschied er sich gegen die Metropole und für die gute Kurstadt-Luft.

Die Abwehr wird angeführt von den erfahrenen Daniel Ketter und Steve Slaton. Daniel Stiefenhofer entwickelte sich in dieser Saison überraschend zum Torjäger. Elf seiner zwölf Treffer erzielte der Verteidiger in Überzahl. Mit Andrej Bires und Maximilian Hadraschek kamen zwei Stürmer nach Bad Nauheim, die in den letzten drei Jahren lediglich in der Oberliga aktiv waren. Beide akklimatisierten sich jedoch zügig auf DEL2-Niveau.

Bereits seit einigen Wochen führen die Roten Teufel die Powerplay-Tabelle der DEL2 an, die Erfolgsquote liegt aktuell bei 25,6 %.

Von den drei bisherigen Duellen gegen die Huskies verloren die Roten Teufel nur den Saisonauftakt Mitte September mit 3:4. Danach folgten zwei weitere knappe Spiele, die die Wetterauer mit 3:2 und 1:0 für sich entscheiden konnten.

Lausitzer Füchse (Sonntag, 27. Januar, 17:00 Uhr, Eisarena Weißwasser)

Nach dem Derby gegen die Roten Teufel Bad Nauheim wartet zwei Tage später das nächste Überraschungsteam auf die Huskies. Die Lausitzer Füchse haben sich inzwischen in der Spitzengruppe festgesetzt, aktuell trennt sie sogar nur die schwächere Tordifferenz vom ersten Tabellenplatz.

Die Verantwortlichen um Cheftrainer Corey Neilson und Geschäftsführer Dirk Rohrbach stellten den Kader für diese Saison mit Augenmaß zusammen. Leistungsträger wie Chris Owens, Anders Eriksson und Jeff Hayes wurden gehalten, die kleinen, schnellen Stürmer Steve Saviano und Jordan George hoben das Offensivniveau genauso an wie Clarke Breitkreuz, der aus Frankfurt kam und bereits 17 Mal ins Schwarze traf. Ende November stieß zudem der offensivstarke Verteidiger Joel Keussen hinzu.

Neben den arrivierten Kräften kommt aber auch die Jugend nicht zu kurz. Torhüter Olafr Schmidt zählt mit einer Fangquote von fast 91% zu den positiven Überraschungen der Saison, mit Cedric Schiemenz, Oliver Granz, Philipp Kuschel, Fabian Dietz und Thomas Reichel erhalten weitere Youngster regelmäßig Eiszeit.

Etwas überraschend kassierten die Lausitzer Füchse am vergangenen Dienstag eine 0:4-Niederlage beim Deggendorfer SC. Zuvor gewannen sie aber bei Spitzenreiter Ravensburg und gewannen auch ihre Heimspiele gegen Bad Tölz und Bietigheim. In der Heim-Tabelle sind die Weißwasseraner starker Zweiter, knapp hinter dem EC Bad Nauheim.

Steffen König

Pressesprecher