Frankfurt, 25. Oktober. Was für ein packendes Derby am Freitagabend in der Eishalle in Frankfurt zwischen den Kassel Huskies und den Löwen Frankfurt. Nach 60 packenden Minuten siegte Frankfurt mit 6:3 vor 6257 Zuschauern. Für Kassel hatten Tramm, Humphries und Carroll getroffen.

Das erste Derby zu Saisonbeginn hatten die Huskies im September mit 3:2 gewonnen und damit den Grundstein für einen berauschenden Saisonstart gelegt.

Erzielte das 1:0: Stephan Tramm. Foto: JMD Fotografie
Erzielte das 1:0: Stephan Tramm. Foto: JMD Fotografie

Das Spiel begann mit einer Schrecksekunde für Kassel: Bereits nach vier Minuten jubelten die Frankfurter Fans und auch die Löwen auf dem Eis. Eduard Lewandowski hatte die Scheibe vermeintlich an Jerry Kuhn im Kasseler Tor über die Linie gebracht. Doch die Videoüberprüfung ergab: Kein Tor. Die 6257 Zuschauer sahen in der Folge ein hochintensives, abwechslungsreiches Duell zweier Top-Teams. In dem der Tabellenführer aus Kassel mächtig Druck machte: Michi Christs tolles Zusammenspiel mit Corey Trivino (8.) war der Auftakt zahlreicher guter Möglichkeiten für die Schlittenhunde. Drei Minuten später rettete nach Carroll-Schuss die Latte für Frankfurts Goalie Jimmy Hertel. Doch abermals zwei Minuten später jubelten die mitgereisten Fans aus Nordhessen: Gerade war Löwe Luis Schinko von der Strafbank zurückgekehrt, da fasste sich Verteidiger Stephan Tramm ein Herz und netzte zur Führung für die Huskies ein – sein erstes Saisontor und sein erstes DEL2-Tor.

Doch: Verunsichert waren die Hausherren nicht. Nun stürmten die Löwen und da in der zweiten

Hälfte des ersten Durchgangs im Minutentakt Huskies auf die Strafbank geschickt wurden, hatte Frankfurt viel Platz zu kombinieren. Doch: Jerry Kuhn war auf seinem Posten. Er hielt alles, was auf ihn geschossen wurde und zeigte – gerade bei doppelter Unterzahl – seine ganze Klasse. Mit der 1:0-Führung der Huskies ging es in die erste Pause.

Packendes Spiel im Mitteldrittel

Die zweiten 20 Minuten begannen für Kassel in Unterzahl. Austin Carroll musste noch 1:17 Minuten aus dem ersten Drittel absitzen, 30 Sekunden bevor diese Strafe abgelaufen war, gesellte sich Spencer Humphries dazu. Erneut doppelte Unterzahl und erneut machte Frankfurt mächtig Druck. Doch erneut war Kuhn in überragender Form und parierte in Weltklasseform. Und wie das so oft ist: Wer vorne nicht trifft, bekommt vor dem eigenen Tor Schwierigkeiten: Gerade hatten die Huskies die Scheibe erobert und schickten den von der Strafbank kommenden Humphries steil. Der stürmte auf Hertel zu, passte sich die Scheibe mit dem mitgelaufenen Ben Duffy zu und traf schließlich zum 2:0 für Kassel (22.). Doch es sollte noch besser kommen: In der 26. Minute nutzte Austin Carroll den Platz auf dem Eis als Dominik Meisinger auf der Strafbank der Löwen saß und erhöhte auf 3:0.

Dieser Doppelschlag zu Beginn des Mittelabschnitts sollte doch Sicherheit geben. Doch: Unbeeindruckt stürmten die Hausherren weiter und belohnten sich zügig für ihr engagiertes Spiel – und drehten so langsam das Spiel zu ihren Gunsten: Ausgerechnet Ex-Husky Carter Proft verkürzte nach exakt der Hälfte des Spiels, Kapitän Adam Mitchell traf zwei Minuten später zum 2:3 (32.). Kuhn hatte dabei Kopf und Kragen gegen den enteilten Mitchell riskiert, doch der Ober-Löwe traf eiskalt. Alles wieder offen in diesem packenden Derby.

Entscheidung für Frankfurt im Schlussdurchgang 

Das finale Drittel hielt eine kalte Dusche für Kassel parat. Keine zwei Minuten waren gespielt, da bediente Leon Hüttl Roope Ranta und der erfahrene Löwe egalisierte. Nur zwei Minuten später lief es andersherum: Ranta über Martin Buchwieser auf Hüttl – 4:3. Erstmals führten die Hausherren in diesem Duell, das beste Werbung für den Sport war. Die Huskies kämpften nun, doch Frankfurts Defensive stand wie eine Wand. Jeden Versuch der Schlittenhunde wehrten die Südhessen ab. Und schließlich entschied Frankfurt das Spiel für sich. Das 5:3 zwei Minuten vor Ende erneut durch Mitchell führte dazu, dass Huskies-Trainer Tim Kehler umgehend Kuhn zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm, doch das leere Tor traf Suvanto zum 6:3. Das war auch der Endstand.

Marco Müller hatte in diesem Spiel sein 300. Spiel für die Huskies gemacht.

Sonntag Heimspiel gegen Freiburg

Weiter geht es bereits am Sonntag um 18.30 Uhr. Dann empfangen die Huskies den EHC Freiburg zum Heimspiel (18.30 Uhr). Das Spiel steht unter dem Motto “Danke, Fluthelfer”: Zahlreiche ehrenamtliche Rettungskräfte von Feuerwehr und THW werden an diesem Abend in der Halle sein und ihnen wird sowohl von Seiten der Kassel Huskies als auch vom städtischen Dezernenten für Sicherheit und Ordnung, Dirk Stochla, für ihren Einsatz während der Starkregen-Überschwemmungen in Kassel und im Umland im Mai 2019 gedankt.

Tickets für die Partie gibt es noch HIER.