Es waren turbulente und emotionale Wochen. Seit Bekanntgabe der verpassten Chance für einen DEL-Aufstieg in naher Zukunft häufen sich in den sozialen Medien die Emotionen. Enttäuschte Fans, Unverständnis und die Frage nach dem Warum begleiten die Schlittenhunde während ihrer Vorbereitungen auf die kommende Saison.

Nachdem in den letzten Wochen alles versucht wurde, um den Aufstieg doch noch möglich zu machen, ist es nun offiziell: Die Huskies werden vorerst nicht in die DEL aufsteigen können.

„Wir haben die Sachlage gründlich prüfen lassen und müssen die Situation nun leider akzeptieren. Im Nachhinhein wissen wir, dass wir der Einreichung der Unterlagen sorgfältiger hätten nachgehen müssen“, heißt es aus dem Managements der Kassel Huskies.

Die Bewerbung scheiterte an Formalitäten

Die spielerischen Leistungen sind vielversprechend, die wirtschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen mehr als gegeben und die Weichen wurden mit dem Planungsbeginn der Hallenrenovierung im Januar schon früh gestellt – was ist also schiefgegangen? Die Wahrheit ist ebenso simpel wie tragisch. Einem Aufstieg in die DEL geht immer ein offizieller Antrag voraus, der klare Regeln und das fristgerechte Einreichen von Unterlagen vorschreibt. Und eben an diesen Unterlagen ist es schließlich für den Kasseler Eishockey-Club gescheitert. Denn die Fristen wurden am Ende knapp verfehlt.

Die Verantwortlichen der Huskies räumen ein: „Das hätte nicht passieren dürfen und wird uns für immer eine Lehre sein. Aber es ist passiert und dafür stehen wir jetzt als Team gerade. Es geschieht gerade viel hinter den Kulissen der Huskies: Wir befinden uns im Umbruch, strukturieren unser Management um und haben mit der Renovierung der Eissporthalle ein Mammutprojekt gestartet. Gleichzeitig befanden wir uns während der Bewerbungsphase mitten in der Corona-Krise, die zusätzlich einen hohen administrativen Aufwand bedeutete. Das ist zwar keine Entschuldigung, aber all diese Dinge haben zumindest eine Rolle gespielt. Wir bauen darauf, dass uns die Fans verzeihen und mit uns der nächsten Möglichkeit zum Aufstieg entgegenfiebern.”

Aus Fehlern stärker werden

Fehler passieren, Geschehenes lässt sich nicht rückgängig machen. Jetzt heißt es: Nach vorne blicken, neue Chancen ergreifen und das beste aus der kommenden Saison machen. Und die hat auch in der DEL2 einiges zu bieten: Eine umfangreich renovierte Eissporthalle als neuer Ort der Begegnung, Top-Spieler-Verpflichtungen und die Tatsache, dass Veranstaltungen mit Fans endlich wieder möglich sind, lassen positiv und mit Vorfreude nach vorne blicken. Die Kaderplanung für die nächste Spielzeit steht und – so viel will gesagt sein – die Fans können sich auf ein überaus starkes Team mit tollen Neuzugängen freuen. Die Spieler haben die Situation akzeptiert und wollen den Weg mit den Huskies weitergehen. Und wie heißt es doch so schön: Schließt sich eine Tür, öffnet sich die nächste.

 

Hintergrund: Über die DEL

Die Deutsche Eishockey Liga – kurz DEL – stellt die höchste Spielklasse im deutschen Eishockey dar. 1994 gegründet, führte sie ihren Spielbetrieb als erste Profiliga in Deutschland über eine Betriebsgesellschaft, deren Mitglieder ihre Clubs in sogenannte Kapitalgesellschaften auslagerten. Als Zusammenschluss verschiedener Clubs arbeitet die DEL auch heute sowohl rechtlich und wirtschaftlich als auch organisatorisch selbständig als GmbH. Damit ein Club aus der DEL2 in die DEL aufsteigen kann, muss er als Meister aus der zweiten Liga hervorgegangen sein, verschiedene wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfüllen und bereits vor Saisonstart entsprechende Unterlagen bei der DEL eingereicht haben. Ausnahmen sind allein aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Aufgrund eines Sponsorings trägt die DEL seit 2021 offiziell den Namen PENNY DEL.