Foto: Benjamin Lahr / DEL2
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GegnerchECK: ESV Kaufbeuren

Zu ungewohnter Anfangszeit geht es für die Huskies am Freitagabend auswärts gegen die Joker aus Kaufbeuren. Der ESVK feiert 80-jähriges Jubiläum, Spielbeginn ist daher, angelehnt an das Gründungsjahr, um 19:46 Uhr.

Der bisherige Saisonverlauf gestaltete sich bisher aus Sicht der Allgäuer denkbar schlecht. Mit lediglich 26 Zählern stehen sie derzeit auf dem Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Vorletzten aus Freiburg beträgt dabei bereits zwölf Punkte, auf das rettende Ufer mit Platz 10 sind es sogar schon 19 Punkte.

Während der Saisonstart noch ganz passabel verlief, folgte mit der letzten Oktoberwoche der große Einsturz. Seitdem konnten die Allgäuer nur zwei Partien gewinnen, fünf Spiele verlor man immerhin erst nach Verlängerung oder Penaltyschießen. Während die Joker zugegebenermaßen viele Partien nur knapp verloren und sich sicher den ein oder anderen Zähler mehr verdient hätten, setzte es gleichzeitig aber auch einige deutliche Niederlagen. Den Pinguinen waren sie in den zwei bisherigen Begegnungen insgesamt mit 2:13 Toren unterlegen, Bietigheim in den letzten zwei Aufeinandertreffen gar mit 4:15. Mitte November absolvierten die Joker gegen die Düsseldorfer EG mit sechs Toren ihr offensiv erfolgreichstes Spiel, standen absurderweise aufgrund sieben Gegentoren am Ende dennoch mit leeren Händen da.

Auch die beiden bisherigen Aufeinandertreffen mit den Schlittenhunden gingen jeweils an die Nordhessen. Früh in der Saison gewannen die Huskies dank fünf verschiedener Torschützen mit 5:2 im Allgäu. Im zweiten Duell, diesmal in der Probonio Arena, taten sich die Huskies deutlich schwerer, konnten sich aber dennoch die drei Punkte sichern.

Im Tor der Joker gab am vergangenen Freitag bei der 0:3-Auswärtsniederlage Daniel Fießinger sein Comeback zwischen den Pfosten. Der etatmäßige Stammtorhüter fiel für einen Großteil der Saison aus und wurde in der Zeit von Kontingenttorhüter Cody Porter sowie Youngster Rihards Babulis vertreten. Die Statistiken der drei Torhüter sind dabei über die Saison gesehen nahezu identisch. Porter und Babulis kommen beide gerundet auf eine Fangquote von 88,5%, Fießinger immerhin auf 89,0%. Wenig überraschend ist keinem der ESVK-Goalies bisher ein Shutout gelungen.

Nicht nur im Tor, sondern praktisch in allen Mannschaftsteilen ist der ESV Kaufbeuren in dieser Saison vom Verletzungspech verfolgt. Erst kürzlich mussten die Allgäuer vermelden, dass sich Verteidiger John Rogl, ausgerechnet bei seinem Comeback nach überstandener Verletzung, erneut verletzte und für mehrere Wochen ausfallen wird. Ein ähnliches Schicksal ereilte Jonny Tychonik. Der Kanadier, letzte Saison noch wichtiger Bestandteil der Meistermannschaft von Djurgårdens IF in der HockeyAllsvenskan, stand kurz vor seinem Comeback, fällt aber nunmehr ebenfalls noch wochenlang aus. In der Hintermannschaft der Joker lautet die aktuelle Devise also "Jugend forscht!" So ist U21-Förderspieler Paul Mayer aktuell der (aktive) Verteidiger mit der zweitmeisten Eiszeit der Allgäuer und damit auch mit Abstand der Förderspieler mit der meisten Eiszeit in der gesamten Liga. Das Vertrauen zahlt der junge Verteidiger bisher auch absolut zurück. Mit neun Scorerpunkten ist er hinter Appendino der zweitbeste Scorer der Joker-Defensive und kann gleichzeitig mit einem Wert von nur -1 die beste Plus-Minus-Statistik der aktiven Verteidiger vorweisen. Lediglich der verletzte Tychonik hat in dieser Statistik einen positiven Wert. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass die Defensive der Joker so anfällig ist wie keine andere der Liga. 133 Gegentore sind der mit Abstand "Spitzenwert" der DEL2, der EHC Freiburg, Platz 2 in dieser Kategorie, hat 14 Tore weniger kassiert.

Fatalererweise kann die Offensive die defensiven Anfälligkeiten kaum ausgleichen. Mit nur 79 eigenen Toren stellt der ESVK auch die schwächste Offensive, wenngleich es offensiv im Vergleich zur direkten Konkurrenz nicht ganz so düster aussieht. Noch kein einziges Mal konnten die Allgäuer in diesem Jahr mehr als zwei Treffer in einem Spiel erzielen. Zuletzt gelang dies beim 4:2-Heimsieg gegen die Wölfe aus Freiburg am 26.12. In jenem Spiel lieferte Ex-Husky Henri Kanninen zwei Vorlagen und war so zentral am wichtigen Punktgewinn beteiligt. Gleichzeitig verletzte sich der Finne und Top-Scorer des ESVK. Nach einigen weiteren Untersuchungen stand fest, dass Kanninen operiert werden muss und damit für den Rest der Saison ausfallen wird. Gute Besserung, Henri! Umso mehr kommt es im der derzeitigen Phase auf den US-Amerikaner McLellan sowie Sami Blomqvist an - die beiden folgen derzeit auf Kanninen in der teaminternen Top-Scorer-Liste.

Mit einer Gesamteffizienz von 91,0% stellen die Joker, vor den Ravensburg Towerstars, die zweitschwächsten Specialteams der Liga. Im Powerplay sind sie in 15,8% der Fälle erfolgreich, das Penaltykilling übersteht 75,2% aller Unterzahlsituationen.

Die Erwartungshaltung ist klar, dennoch wird die Huskies in Kaufbeuren kein leichtes Spiel erwarten. Die Joker werden alles daran setzen, auch aufgrund der Regelungen zu den Playdowns, den Abstand zur Konkurrenz im Tabellenkeller zu verringern. Auch wird der Jubiläumsspieltag vielleicht noch den einen Extra-Prozentpunkt an Motivation aus den Akteuren des ESVK herauskitzeln. Wir freuen uns jedenfalls, ein Teil dieses historischen Tages in der Vereinsgeschichte des ESV Kaufbeuren zu sein.

Das Spiel kann wie gewohnt live bei Sporteurope.TV verfolgt werden. Parallel treffen zudem die Huskies Ladies im EHV-Pokal ab 20 Uhr in der Probonio Arena auf die Düsseldorfer EG - der Eintritt ist frei!

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