Das Huskies-Lazarett lichtete sich am Donnerstag beim ersten Spiel der Playoffs 2021. Einer, der nach längerer Pause wieder mitwirkte war Philippe Cornet. Martin Milbredt aus dem Huskies-Medienteam hat mit dem Franko-Kanadier über Stationen seiner Karriere und die Zeit in Kassel gesprochen.

Du bist in der Nähe der Stadt Val-d’Or geboren. Aus der Gegend kommt auch der ehemalige Torhüter Boris Rousson der mit den Huskies 2008 eine Meisterschaft gewonnen hat. Weißt du wer Boris Rousson ist und kennst du ihn vielleicht sogar persönlich?

Ich weiß wer er ist und habe schon viel über ihn gehört, durfte ihn aber noch nie persönlich kennen lernen.

Wann hast du mit dem Eishockey angefangen und welcher Spieler war Philippe Cornet wenn er als Kind über das Eis geflitzt ist?

Ich habe mit circa drei Jahren angefangen Schlittschuh zu laufen und bin dann anschließend zum Eishockey gekommen. Als kleiner Junge wollte ich aus irgendeinem Grund immer Mats Sundin sein (lacht). Später dann Dany Heatley, weshalb ich auch jahrelang die Rückennummer 15 getragen habe.

Du hast drei Jahre in der QMJHL für die Rimouski Oceanics gespielt. Eines der glorreichsten Teams der Liga, welches insbesondere durch die NHL Superstars Vincent Lecavalier und Sidney Crosby bekannt geworden sind. Wie war es in der QMJHL zu spielen und insbesondere für die Oceanics? Hat man dort noch eine Brise von Sidney Crosby in der Stadt gespürt?

Rimouski war eine erstklassige Organisation aber das gilt auch für die Rouyn-Noranda Organisation, für die ich in meiner letzten Spielzeit bei den Junioren gespielt habe. In Rimouski war tatsächlich immer noch eine Brise von Sidney Crosby in der Luft. Er war einfach der beste Spieler der je für die Organisation gespielt hat und vielleicht sogar der beste Spieler überhaupt.

In der Spielzeit 2008/09 hast du mit Rimouski am Memorial Cup teilgenommen. Ein Turnier welches in Deutschland eher unbekannt, in Kanada aber immer im Rampenlicht steht. Bitte beschreibe unseren Fans wie du dieses Erlebnis wahrgenommen hast und welches deine schönsten Erinnerungen vom Turnier sind.

Zu sagen es wäre eine klasse Erfahrung gewesen wäre immer noch untertrieben, insbesondere da das Turnier in diesem Jahr zuhause vor unseren Fans stattfand. Die ganze Stadt war daran beteiligt und für eine Woche komplett aus dem Häuschen. Es war großartig.

In 2008 haben dich die Edmonton Oilers beim NHL Draft ausgewählt. Hast du damit gerechnet, dass dich eine Mannschaft beim Draft auswählt? Und hattest du vorher Gespräche mit Mannschaften, vielleicht ja sogar mit den Oilers?

Ich habe schon damit gerechnet ausgewählt zu werden und hatte auch mit einigen Mannschaften vor dem Draft gesprochen. Die Oilers gehörten aber nicht zu diesen Teams. Witzig, wie die Dinge manchmal kommen.

Warst du beim Draft in Ottawa vor Ort? Vielleicht erinnerst du dich nicht, aber dein aktueller Teamkollege Corey Trivino wurde ebenfalls in diesem Jahr von den New York Islanders ausgewählt.

Ja, ich war damals beim Draft in Ottawa, wusste aber bis eben nicht dass Corey Trivino ebenfalls in diesem Jahr beim Draft ausgewählt wurde. Ich meine es ist ja auch schon echt lange her.

Was waren deine ersten Eindrücke von den Edmonton Oilers? Gab es Spieler, die besonders herausstachen und wie war es neben NHL Superstars wie Taylor Hall, Jordan Eberle oder Ryan Smyth aufzulaufen?

Bis heute ist das meine schönste Erinnerung und auch auf eine gewisse Art und Weise mein größter Erfolg mit diesen Spielern in einer Kabine gewesen zu sein. Da waren Spieler dabei, zu denen ich als Jugendlicher aufgeschaut habe wie Shawn Horcroff, Sheldon Souray oder Nikolai Khabibulin. Dazu kamen noch die jungen Superstars wie Taylor Hall, Jordan Eberle oder Ryan Nugent-Hopkins mit denen ich einige Camps zusammen hatte.

Am 31. Januar konntest du deinen ersten Einsatz in der besten Liga der Welt feiern und in deinem zweiten Wechsel direkt deinen ersten Scorerpunkt erzielen. Du hast damals ein Tor von Jordan Erberle vorbereitet. Hast du noch den Puck von diesem Spiel?

Es war sicherlich nicht der schönste Pass der Welt aber das ist ja nicht so wichtig, oder? Das war natürlich ein besonderer Moment und ich habe mit Sicherheit nicht damit gerechnet, in meinem ersten Spiel direkt einen Scorerpunkt zu machen. Und ja, ich habe nach dem Spiel den Puck bekommen, aber auch das Trikot, welches ich in dem Spiel getragen habe und den Zettel mit den Statistiken von dem Abend.

In der Saison 2014/15 Saison hast du für die Hershey Bears gespielt. Eine Organisation, die unter Spielern einen ausgezeichneten Ruf genießt. Wie war in der “Schokoladenstadt” zu spielen und was genau macht diese Organisation aus?

Hershey ist eine Spitzenorganisation. Einfach der Umgang mit den Spielern ist erste Sahne und unheimlich professionell. Die Infrastruktur ist hervorragend und die Fans sind auch spitze.

Im Sommer 2015 hast du dann den Schritt über den großen Teich gewagt und in Norwegen bei den Stavanger Oilers unterschrieben. Was hat dich zu dieser Entscheidung bewegt und hast du es jemals bereut?

Ich hatte einfach den Eindruck, dass es Zeit war etwas zu ändern. Meine Karriere in der AHL war irgendwie festgefahren und zu diesem Zeitpunkt gab es für mich in Nordamerika keine richtige Perspektive mehr. Die anschließende Umstellung auf das Leben in Europa war nicht sonderlich schwer, weil die Stavanger Oilers eine sehr professionelle, sehr gut geführte Organisation sind. Dazu haben in der Mannschaft auch weitere Imports gespielt, was ebenfalls sehr geholfen hat.

Da du mit den Oilers direkt die Meisterschaft gewinnen konntest war es wohl ein ziemlich gutes Jahr, oder?

Absolut! Der Gewinn der Meisterschaft ist auf jeden Fall meine Lieblingserinnerung an meine Zeit dort.

Im Jahr 2019 konntest du eine weitere Meisterschaft gewinnen, diesmal mit in Finnland HPK. Wie würdest du deine Zeit in Finnland beschreiben?

Diese Meisterschaft ist für mich noch größer anzurechnen, als die Meisterschaft in Norwegen. Wir waren während der Saison als auch in den Playoffs stets der absolute Außenseiter. Wir mussten den Viertel, den Zweiten und den Ersten der Vorrunde besiegen und haben die Meisterschaft in der Verlängerung im siebten Finalspiel gewonnen.

Du bist inzwischen auch schon einige Zeit in Kassel. Wie gefällt es dir bisher in deiner neuen Heimat und wie sind deine Eindrücke von deiner neuen Mannschaft?

Es gefällt mir super hier. Ich genieße meine Zeit in Kassel, trotz der Corona-Einschränkungen. Unsere Mannschaft ist super und die Mitspieler sind alle sehr nett!