GegnerchECK: Bietigheim Steelers
Nach der ersten Saisonniederlage gegen die Eispiraten Crimmitschau steht für die Huskies bereits am Sonntagnachmittag die nächste Aufgabe an – und die hat durchaus einen besonderen Klang. Um 17 Uhr gastieren die Schlittenhunde in der EgeTrans Arena bei den Bietigheim Steelers. Damit kommt es zur Neuauflage des Playoff-Halbfinals der vergangenen Saison. Während die Huskies nach fünf Spieltagen bei elf Punkten stehen, rangieren die Steelers mit fünf Zählern auf Platz neun. Auffällig: Beide bisherigen Heimspiele konnte Bietigheim gewinnen, auswärts wartet der SCB dagegen noch auf den ersten Erfolg.
Dabei hatte die vergangene Spielzeit für den damaligen Aufsteiger ohnehin einiges zu bieten. Die Steelers entwickelten sich im Saisonverlauf immer weiter und marschierten schließlich bis ins Halbfinale. Im Sommer setzte man deshalb weniger auf einen großen Umbruch als vielmehr auf gezielte Veränderungen. An der Bande übernahm mit Tim Kehler ein in Kassel bestens bekanntes Gesicht den Cheftrainerposten. Unterstützt wird der ehemalige Huskies-Coach von Boris Blank, der Bietigheim nach der Freistellung von Alexander Dück bereits durch die letztjährigen Playoffs geführt hatte.
Den größten Umbruch gab es zwischen den Pfosten. Nach dem Wechsel von Olafr Schmidt nach Freiburg setzt Bietigheim dort auf eine ausgesprochen junge Besetzung. Felix Noack kam per Förderlizenz aus Mannheim, dazu gehören Dean Döge und Keanu Salmik zum Torhütergespann. Vor Noack und Co. soll eine Mischung aus Erfahrung und jungen Spielern für Stabilität sorgen. Mit Arne Uplegger und Tim Schüle stehen zwei Routiniers in der Defensive, neu dazu kamen unter anderem Tim Bender und Mick Hochreither. Gerade Uplegger ist dabei weit mehr als nur für die Arbeit vor dem eigenen Tor zuständig: Der ehemalige Dresdner sammelte bereits in der vergangenen Saison stolze 46 Scorerpunkte.
Das Herzstück der Mannschaft ist aber weiterhin die Offensive. Während es Kemp nach Düsseldorf zog, konnte man mit Jack Dugan, Cole Fonstad und Marek Racuk ein besonders gefährliches Trio zusammenhalten. Dugan war mit 67 Punkten in der Hauptrunde bereits in der Vorsaison einer der auffälligsten Spieler der gesamten Liga und steht auch jetzt nach vier Einsätzen wieder bei fünf Zählern. Zusätzliche Qualität brachten die Steelers unter anderem mit David Cerny sowie den Kontingentspielern Mai Crnkic und Nolan Ritchie ins Ellental. Dazu stehen mit Mike Fischer, Alexander Preibisch und Bastian Eckl weitere erfahrene DEL2-Kräfte zur Verfügung. Lois Spitzner und Benjamin Zientek, die zunächst nur mit Try-Out-Verträgen ausgestattet worden waren, überzeugten die Verantwortlichen und erhielten inzwischen beide Verträge bis zum Saisonende. Für Spitzner bedeutet das gleichzeitig ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club und einigen alten Weggefährten aus Kasseler Zeiten.
Nach einem durchwachsenen Start haben die Steelers bislang zwei ihrer fünf Saisonspiele gewonnen. Auf eine 1:4-Niederlage in Regensburg folgten zu Hause ein 4:3 nach Verlängerung gegen Weißwasser und ein deutliches 7:3 gegen Weiden. Zuletzt setzte es allerdings zwei Auswärtsniederlagen in Folge. Besonders ärgerlich verlief der Freitagabend in Dresden: Bietigheim führte nach Treffern von Steven Raabe und David Cerny bis ins Schlussdrittel mit 2:0, ehe die Eislöwen die Partie innerhalb von knapp sechs Minuten komplett drehten und noch mit 3:2 gewannen. Dabei fehlte Jack Dugan aufgrund einer Sperre von einem Spiel – gegen die Huskies ist der Topstürmer damit wieder spielberechtigt.
Ein genauer Blick lohnt sich am Sonntag auch auf die Bullypunkte. Dort treffen bislang zwei Extreme der Liga aufeinander: Unsere Huskies führen die DEL2 mit starken 59,7 Prozent gewonnenen Anspielen an, während Bietigheim mit 46,4 Prozent nur vor Memmingen rangiert. Gerade gegen die offensiv gefährlichen Steelers können zusätzliche Scheibenbesitze ein wichtiger Faktor werden. Nach der ersten Niederlage der Saison wartet auf die Schlittenhunde damit direkt die Gelegenheit zur Antwort – bei einem letztjährigen Halbfinalgegner, der zuhause noch ungeschlagen ist und mit ordentlich Gegenwind unserer Huskies rechnen darf.