Foto: Tobias Neubert / DEL2
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GegnerchECK: Blue Devils Weiden

Für die Huskies steht am morgigen Freitagabend das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Um 20:00 Uhr geht es in der Hans-Schröpf-Arena gegen die Blue Devils Weiden.

Die Weidener belegen aktuell mit 50 Punkten aus 41 Spielen den elften Tabellenplatz und durchlaufen eine sportlich schwierige Phase. In der ersten Saisonhälfte deutete vieles darauf hin, dass sich die Oberpfälzer erneut als Überraschungsteam etablieren könnten, seit Anfang Dezember geriet diese Entwicklung jedoch ins Stocken. Aus den vergangenen 20 Partien seit dem 7. Dezember gelangen lediglich vier Siege, bei einem Torverhältnis von 43:57. In diesem Zeitraum schnitt ligaweit nur Schlusslicht Kaufbeuren schwächer ab, was auch den Absturz in der Tabelle erklärt.

Vor zwei Wochen reagierte der Klub mit einem Trainerwechsel. Sebastian Buchwieser, Aufstiegstrainer und in der Vorsaison noch als Trainer des Jahres ausgezeichnet, wurde überraschend freigestellt. Interimsmäßig übernahm Sportlicher Leiter Jürgen Rumrich das Team. Unter seiner Leitung ist zumindest ein leichter Aufwärtstrend erkennbar: Aus den letzten vier Spielen holten die Blue Devils sechs Punkte, lediglich Tabellenführer Krefeld musste man sich in der regulären Spielzeit geschlagen geben. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Situation im Tabellenkeller angespannt. Der Rückstand auf Pre-Playoff-Platz zehn beträgt fünf Punkte, gleichzeitig sitzt Bad Nauheim mit 48 Punkten und einem Spiel weniger dicht im Nacken. Bei noch elf ausstehenden Partien dürfte das Vermeiden der Playdowns das vorrangige Ziel sein.

Die bisherigen Saisonduelle mit den Huskies verliefen aus Kasseler Sicht äußerst positiv. Beide Heimspiele in der Probonio Arena gingen an die Nordhessen: Zunächst setzten sich die Huskies dank eines starken Schlussdrittels mit 5:2 durch, am Vorabend von Weihnachten folgte ein 4:1-Erfolg. Kurios verlief das Auswärtsspiel in Weiden, das beim Stand von 1:0 für Kassel – Torschütze war Rekordspieler Marco Müller – abgebrochen wurde. Eine gerissene Scheibe an der Zeitnehmerbank konnte nicht innerhalb der vorgeschriebenen 90 Minuten ersetzt werden, die Partie wurde später mit 5:0 für die Huskies gewertet. Insgesamt sind die Huskies seit der Rückkehr der Blue Devils in die DEL2 noch ohne Punktverlust und gewannen alle sieben bisherigen Aufeinandertreffen.

Im Tor müssen die Weidener derzeit auf ihren Stammtorhüter verzichten. Felix Noack kommt in 21 Einsätzen auf eine Fangquote von 90,4%, fällt aktuell jedoch aus. An seine Stelle rückte der kanadische Kontingenttorhüter Michael McNiven, der in elf Spielen eine Quote von 90,3% aufweist. Da sich die PENNY DEL in der Olympia-Pause befindet, dürfte mit Simon Wolf ein weiterer Goalie zur Verfügung stehen. Der junge Torhüter von Red Bull München ist mit einer Förderlizenz für die Oberpfälzer ausgestattet und kam für diese in bisher elf Einsätzen auf eine starke Fangquote von 91,3%. Insgesamt benötigen die Gegner durchschnittlich 9,6 Torschüsse, um ein Tor gegen die Blue Devils zu erzielen, was ligaweit Platz zehn entspricht.

Defensiv stehen die Elftplatzierten besser da, als es der Tabellenstand vermuten lässt. Mit 121 Gegentoren kassierten sie weniger Treffer als manch ein Team auf Playoff-Plätzen. Eine zentrale Rolle nimmt dabei US-Amerikaner Tommy Muck ein. Der Verteidiger sammelte in 40 Einsätzen sechs Tore und 20 Vorlagen, leistete sich dabei lediglich zwei Strafminuten in der gesamten Saison und steht durchschnittlich 24:20 Minuten pro Spiel auf dem Eis – über fünf Minuten mehr als Fabian Ribnitzky mit der zweitmeisten Eiszeit. Hinter Muck ist Calvin Pokorny mit 13 Punkten der zweitbeste Scorer der Defensive.

In der Offensive liegt jedoch das Hauptproblem der Blue Devils. Mit bislang 99 erzielten Treffern sind sie neben den Jokern aus Kaufbeuren (93 Tore) das einzige Team der Liga ohne dreistellige Toranzahl. Die Offensive litt dabei besonders unter verletzungsbedingten Ausfällen. Tomas Rubes und Tyler Ward verpassten jeweils mehr als zehn Spiele, zählen aber dennoch zu den fünf besten Scorern ihres Teams. Ward kommt auf 27 Punkte, Rubes auf 21. Angeführt wird die interne Scorerliste von Luca Gläser und Alex-Olivier Voyer mit jeweils 29 Punkten, wobei Voyer einen Teil seiner Zähler noch vor seinem Wechsel bei seinem alten Arbeitgeber in Ravensburg sammelte. Auch die Effizienz bleibt ausbaufähig: Durchschnittlich benötigen die Weidener 11,8 Schüsse für einen Torerfolg, lediglich Kaufbeuren weist mit 12,2 einen noch schwächeren Wert auf. Die Huskies hingegen kommen mit nur 8,1 Schüssen pro Tor aus.

Am Bullypunkt zeigt sich ein gemischtes Bild. Tsekos ist mit 55,3% der stärkste Anspieler im Team, Voit liegt mit 50,7% ebenfalls über der Marke von 50%. Rubes (42,6%) und Noah Samanski (41,8%) bleiben deutlich darunter. Die Huskies zählen hingegen weiterhin zu den stärksten Teams der Liga am Bullypunkt.

In den Special Teams präsentieren sich die Blue Devils solide. Das Powerplay ist mit einer Erfolgsquote von 21,6% auf Rang sechs der DEL2 angesiedelt, die Huskies liegen mit 26,5% auf Platz drei. In Unterzahl kommen die Weidener auf 80,3% und liegen damit leicht vor den Nordhessen, die 78,7% ihrer Unterzahlsituationen überstehen.

Die Huskies treffen am Freitagabend auf einen Gegner, der sich zuletzt stabilisiert hat, offensiv jedoch weiterhin mit Effizienzproblemen kämpft, im Tabellenkeller unter Druck steht und sicherlich nach dem ersten Pflichtspielsieg gegen unsere Schlittenhunde lechzt.

Das Spiel kann wie gewohnt live bei Sporteurope.TV verfolgt werden.

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