GegnerchECK: EC Bad Nauheim
Morgen steht das letzte Hessenderby der Saison an. Unsere Huskies treten beim EC Bad Nauheim an.
Nach dem vierten Hauptrundenspiel trennen sich die Wege beider Teams. Während es für die Huskies ins Playoff-Viertelfinale geht, müssen die Roten Teufel zum ersten Mal seit neun Jahren in der Abstiegsrunde antreten.
Aktuell stehen die Wetterauer, punktgleich mit Verfolger Weiden, mit 55 Zählern auf dem 12. Tabellenplatz. Nach dem vergangenen punktlosen Wochenende, mit Niederlagen gegen Rosenheim und Regensburg, beträgt der Abstand auf den rettenden Platz 10 uneinholbare neun Zähler. Der von einigen Fans früh in der Saison befürchtete Ernstfall ist somit eingetroffen. Der Halbfinalteilnehmer von 2022 und DEL2-Vizemeister von 2023 muss in den Playdowns um den Klassenerhalt kämpfen.
Sollten es weder die Blue Devils noch Bad Nauheim schaffen, auf der Zielgeraden noch die auf Platz 11 platzierten Wölfen aus Freiburg (59 Punkte) zu überholen, würde es zum Aufeinandertreffen der beiden Teufel-Teams kommen. Und aus Freiburger Sicht müsste es wohl mit dem Teufel zugehen, wenn eines der beiden aktuell formschwächsten Teams noch an ihnen vorbeiziehen sollte. Bad Nauheim verlor acht der letzten zehn Spiele, Weiden neun.
Die stärkste Phase hatten die Wetterauer im November, als sechs von sieben Spielen gewonnen wurden und kurzfristig die Flucht von den Playdown-Rängen gelang. In die zweite Saisonhälfte konnte das Team von Coach Antti Karhula, der Anfang Februar den zuvor freigestellten Peter Russell ablöste, diesen guten Schwung aber nicht mitnehmen.
War das Colonel Knight Stadion in den letzten Jahren eine schwer einzunehmende Festung für jeden DEL2-Club, präsentierten sich die Kurstädter in der aktuellen Spielzeit zuhause viel zu zahm. Mit 26 Zählern wurden zuhause drei Punkte weniger geholt als in der Fremde. Nur Kaufbeuren (22 Punkte) war im heimischen Stadion erfolgloser. Der Zuschauerschnitt ist mit 2660 Fans pro Spiel im Vergleich zum Vorjahr (2784), entgegen dem generellen Trend in der zweiten Eishockeyliga, leicht zurückgegangen.
Während den Teufeln in der ersten Saisonhälfte häufig mangelnde Effizienz in der Offensive als Hauptproblem attestiert wurde, hat vor allem der hohe Gegentorschnitt den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Trotz starker Leistungen von Jerry Kuhn, der in seiner achten DEL2-Saison auf bislang 45 Einsätze kam und dabei eine Fangquote von 91,2% vorzuweisen hat, kassiert Bad Nauheim die meisten Gegentore (159) nach Kaufbeuren und Freiburg. Die Leistungen der Special Teams sind mit einer Gesamteffizienz von gerade einmal 93,7% nicht zufriedenstellend. Besonders mit dem Überzahlspiel (15,9%) hadern die Wetterauer.
Der beste Punktejäger im Team ist Justin MacPherson. Mit 38 Zählern (10 Tore) ist der Kanadier der ligaweit fünftbeste Scorer unter den Verteidigern. Ihm folgt im internen Ranking Jordan Hickmott mit 37 Punkten. Hickmott ist mit 24 Treffern der beste Torjäger der Mittelhessen. Auf Rang 3 komplettiert Parker Bowles (36 Punkte, 10 Tore) das kanadische Topscorer Trio.
Im Sturm wurde es zuletzt personell, im ansonsten breit aufgestellten Kader, etwas eng. Neben Lautenschlager, Vause, Cimmermann und Gaidel, die verletzt ausfielen, musste Karhula zudem auf die Dienste des für drei Spiele gesperrten Davis Koch verzichten. Dazu verzeichnete man den Abgang Philipp Kuhnekaths nach Crimmitschau. Kurz vor Transferschluss gaben die Teufel dementsprechend noch eine Verpflichtung für die Offensive bekannt. Mit Kyle Bollers wechselt der Topscorer der Oberliga in die Kurstadt. Der Kanadier scorte in Bayreuth starke 95 Punkte (31 Tore) in 52 Einsätzen. Das es mit dem kurzfristigen Wechsel in die höhere Liga funktioniert hat, freut den 26-Jährigen sehr. „Ich liebe mein erstes Jahr in Deutschland. Hier kommt mir auch die größere Eisfläche zugute. Sie hilft mir, gibt mir Zeit, das Spiel zu kreieren“ sagt er. Bollers besetzt die fünfte Kontingentstelle der Teufel. Bereits vor zwei Wochen heuerte Ex-Husky Ryan Olsen in Bad Nauheim an. Der Deutsch-Kanadier zahlte das Vertrauen in ihn unmittelbar zurück und erzielte in bisher vier Einsätzen vier Tore und einen Assist für den neuen Arbeitgeber. Ein großer Fürsprecher für Olsens Verpflichtung war Jerry Kuhn, der bereits in der Saison 2020/2021 in Kassel mit dem Rechtsschützen zusammenspielte.
Für Bad Nauheim gilt es, vor der Crunchtime dieser schwierigen Saison in Form und in Stimmung zu kommen, die Fans mitzunehmen. Was könnte da besser helfen als der erste Saisonsieg im Hessenderby. Kassel will Platz 2 verteidigen und die weiße Derbyweste der Hauptrunde behalten. Denn die bisherigen drei Duelle gingen allesamt an die Schlittenhunde. Bei beiden Heimsiegen der Huskies (7:3 und 6:4) durften die Fans jeweils zehn Tore bewundern. Im Colonel Knight Stadion setzte sich das Team von Todd Woodcroft mit 5:3 durch.
Das Spiel beginnt um 19:30 Uhr und kann wie immer live bei Sporteurope.TV verfolgt werden.