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GegnerchECK: ESV Kaufbeuren

Morgen ist wieder Heimspielzeit in Kassel. Ab 19:30 Uhr empfangen wir den ESV Kaufbeuren in der Probonio Arena. 

Es ist eine gebrauchte Saison für die Allgäuer. Lange Zeit versuchte sich das Team erfolglos aus dem Tabellenkeller zu kämpfen, scheiterte aber immer wieder in den sogenannten Schlüsselspielen. So zum Beispiel am vorletzten Wochenende, als man jeweils mit 2:5 daheim gegen die Lausitzer Füchse, und zwei Tage später beim ebenfalls strauchelnden EHC Freiburg, den Kürzeren zog. Anschließend wurde von Cheftrainer Leif Carlsson indirekt die Leistungsbereitschaft der Spieler hinterfragt: „Man kann verlieren und man kann verlieren“ sagte er nach dem Spiel im Breisgau. 

Carlsson war Mitte Januar als Cheftrainer nach Kaufbeuren zurückgekehrt, mit dem Ziel, das Team, wie in der Saison 2024/2025, zum Klassenerhalt zu führen. Seitdem sind für die Allgäuer lediglich zwei Siege in elf Spielen herausgesprungen. Carlsson betonte mehrfach, dass es im März darauf ankomme, betonte aber auch, dass für die anstehende Abstiegsrunde eine deutliche Leistungssteigerung hermüsse, um vier Spiele zu gewinnen.

Denn die braucht der ESVK als schlechter platziertes Team in der jeweiligen Playdown-Runde. Und doch ist die Schlussphase der Hauptrunde nicht nur Vorbereitung auf die entscheidenden Spiele gegen den Abstieg. Es geht buchstäblich um jeden Punkt. Aktuell beträgt der Rückstand auf den Tabellendreizehnten Weiden 19 Zähler. Sollte die Differenz noch zwei Punkte größer werden, wirkt sich das direkt auf die anstehenden Serien aus. Bei mehr als 20 Punkten Rückstand, würden die Joker mit einem dicken Malus in die Serien gehen. Der Gegner bräuchte, im Gegensatz zum schlechter platzierten Team, dass stets vier Siege benötigt, nur zwei Erfolge, um den Klassenerhalt zu sichern. Mit der aktuellen Differenz bräuchte das besser platzierte Team immerhin „nur“ drei Siege, um die jeweilige Serie für sich zu entscheiden. Ab einer Differenz von maximal zehn Zählern sehen sich die Mannschaften mit einer klassischen Best-of-Seven Serie konfrontiert. Kaufbeurens Rückstand auf Platz 10, aktuell im engen Tabellenmittelfeld von den Eispiraten Crimmitschau okkupiert, beträgt mittlerweile 24 Punkte.

Dem ESVK sind in der gesamten Hauptrunde bislang keine zwei Siege in Folge gelungen. Stattdessen mussten die treuen Fans der Joker immer wieder lange Niederlagenserien von bis zu zehn Spielen ertragen. Nach Weiden haben die Allgäuer die zweitwenigsten Tore (106) geschossen und mit Abstand die meisten Gegentreffer (186) kassiert. In den letzten fünf Spielen, darunter das erklärte „Schicksals-Wochenende“ gegen Weißwasser und Freiburg, sprang lediglich ein Sieg heraus. Die dabei erzielten 19 Treffer sind kein schlechter Wert. Allerdings kassierten die Joker gleichzeitig 30 Gegentore. „Da können wir vorne noch so viele Tore schießen“ sagte Philipp Krening nach der 4:7-Niederlage gegen Rosenheim. „Das ist einfach zu viel, da müssen wir einfach defensiv stehen“ wurde der 21-Jährige zitiert. Krening gehört zur jungen Münchner Garde im Kader des ESVK. Er schnürte im Rosenheim-Spiel einen Doppelpack. Außerdem trafen Nikolaus Heigl und Vladim Schreiner für die Joker. Dass die Treffer allesamt von Münchener Förderspielern erzielt wurden, hat mehrere Gründe. Seit knapp zwei Wochen unterstützen gleich fünf Akteure vom Kooperationspartner das Team. Wie befristet die Engagements mit Blick auf die endende Olympia-Pause der pennyDEL ist, bleibt abzusehen. 

Desweitern hadern die Allgäuer nach wie vor mit extremen Verletzungspech. In den vergangenen Wochen mussten die Verantwortlichen auf die Ausfälle von phasenweise gleichzeitig elf (!) Akteuren reagieren. Für Ex-Husky Henri Kanninen war die Saison nach der Hinrunde leider beendet. Ende Februar wird mit der Rückkehr der Langzeitverletzten Oswald und Cassetti gerechnet. Dann soll auch D’Artagnan Joly wieder mit von der Partie sein. Der Einsatz von Babulis, Koziol, Blomqvist, Reinwald, Burghart und Laaksonen wurde zuletzt als fraglich deklariert.

Mit Blick auf die Verletzungssorgen schien eine Nachverpflichtung nahezu unumgänglich. Und die Verantwortlichen holten Erfahrung und Leadership ins Team. Von den Dresdner Eislöwen wechselte Travis Turnbull nach Kaufbeuren. Der schlachterprobte 39-jährige Deutsch-Amerikaner soll die angeschlagene Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt unterstützen und steht morgen in Kassel vor seinem Debüt im Joker-Trikot.

Die bisherigen Saisonduelle zwischen Jokern und Huskies gingen allesamt an die Nordhessen. Dem 5:2-Auswärtssieg am 10. Spieltag ließen die Nordhessen Anfang Dezember einen knappen 2:1-Sieg in der Probonio Arena folgen. Am 16. Januar crashten die Nordhessen die Party zum 90-jährigen Jubiläum der Allgäuer. Beim 1:6 aus Sicht der Gastgeber herrschte in der Energie Schwaben Arena trotz der deutlichen Niederlage eine großartige Atmosphäre.

Und damit sind wir bei einer - wenn nicht der – größten Ressource des Standortes. Den Fans. Knapp 2500 Zuschauer im Schnitt, in etwa so viele wie im Vorjahr, unterstützen ihr Team. Die Stimmung in der Arena kann in der emotional fordernden Endrunde ein wichtiger Faktor werden. 

Wir freuen uns auf euren zahlreichen Besuch, liebe Fans! Eröffnungs-Bully in der Probonio Arena ist um 19:30 Uhr. Das Spiel kann wie gewohnt live auf Sporteurope.TV verfolgt werden.

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