GegnerchECK: Ravensburg Towerstars
Zum 45. DEL2-Spieltag empfangen die Kassel Huskies am morgigen Sonntag die Ravensburg Towerstars. Spielbeginn in der Probonio Arena ist um 17:00 Uhr.
Wie bei allen Clubs über die lange Hauptrunde Licht und Schatten miteinander einhergehen, traf dies auch auf die Towerstars zu. Etwas überspitzt formuliert lässt sich dieses Phänomen aber konkret auf die beiden Saisonhälften anwenden. War der Start mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen zwar geglückt, mussten die Oberschwaben in den folgenden Wochen jedoch ordentlich Federn lassen.
Insgesamt 13 der ersten 22 Spiele gingen verloren. In den vergangenen zwei Monaten, der zweiten Hälfte, wenn man so will, mussten die Towerstars in 23 Begegnungen lediglich fünf Niederlagen hinnehmen. Vor knapp zwei Wochen stießen die erstmals aufstiegsberechtigten Ravensburger mit einem Sechs-Punkte-Wochenende in die Top-Vier der DEL2-Tabelle vor. „Die Jungs sind als starkes Team aufgetreten und haben sich das hart erarbeitet“, befand Bo Subr nach den beiden Siegen gegen Düsseldorf und Bad Nauheim. Verteidiger Denis Pfaffengut, der bereits die fünfte Saison für die Oberschwaben aufläuft, nennt für die positive Entwicklung als wesentlichen Faktor, dass sein Team mittlerweile deutlich strukturierter auftrete und bezog sich damit auf die Abstimmung zwischen Verteidigern und Stürmern und der zuletzt insgesamt konsequenteren Defensivarbeit.
Ravensburg stellt nach Krefeld und Kassel das formstärkste Team der vergangenen 20 Spiele. Der Tabellenvierte liegt drei Zähler hinter den drittplatzierten Starbulls Rosenheim und fünf Punkte vor Verfolger Regensburg. Zuletzt gelangen den Towerstars sechs Siege in Folge, dabei mussten sie lediglich einen Punkt abgeben. Am Freitag setzten sie sich in der heimischen CHG-Arena mit 5:3 gegen den ESV Kaufbeuren durch.
Diese ist mit aktuell 2828 Zuschauern im Schnitt um gut 200 Personen mehr ausgelastet als in der vorherigen Hauptrunde (2626). Und die dürfen den aktuellen Top-Torjäger der DEL2, Mark Rassell, bejubeln. Der Kanadier erzielte in 45 Einsätzen beeindruckende 35 Tore und ist mit 58 Punkten teaminterner Topscorer. Nur drei Spieler haben ligaweit bislang mehr Scorerpunkte erzielt. Bereits im Dezember verlängerte der 28-Jährige seinen Vertrag bei den Schwaben. Mit Robbie Czarnik folgt im teaminternen Ranking der routinierte Dauerbrenner der Towerstars (52 Punkte, 27 Tore). Der US-Amerikaner, der seine siebte Spielzeit für Ravensburg aufläuft, erzielte unlängst sein 200. Tor für den Verein. Neben diesem Ereignis gibt es für Czarnik einen weiteren guten Grund, mit Stolz erfüllt zu sein. Seine Frau Julia Sauter-Czarnik tritt nicht nur bei den Olympischen Winterspielen als Eiskunstläuferin für Rumänien an. Ihr wurde ebenso wie Kaspars Daugauvins und Leon Draisaitl die Ehre zuteil, die Flagge ihres Landes bei der Eröffnungsfeier zu tragen. „Ich könnte nicht stolzer auf sie sein. Ich habe gesehen, wie hart sie trainiert hat, sie gibt alles, um sicherzustellen, dass sie so gut wie möglich ist. In vielerlei Hinsicht spornt sie mich auch an, besser zu werden. Wenn ich sehe, wie sie sich gegen Ende ihrer Karriere immer weiter verbessert, versuche ich, es ihr gleichzutun“ erzählte der 36-Jährige im DEL2-Interview.
Im Tor verlassen sich die Towerstars auf das Duo Ilya Sharipov und Nico Pertuch. Sharipov hat mit 32 Einsätzen (17 Siege, 88,8% Fangquote) den Großteil der Spiele absolviert. Pertuch kam 11-mal zum Einsatz (8 Siege, 88,2%). Zusätzlich hat der 20-jährige Nico Wiens auf sich aufmerksam gemacht. Er feierte bei seinem DEL2-Debüt direkt mal einen Shut-Out Sieg in Bad Nauheim (2:0). In seinen drei Einsätzen hielt der junge Goalie 95,5% aller Schüsse. Zudem lief Wiens in der aktuellen Saison bereits 12-mal für die Selber Wölfe in der Oberliga auf.
Ende Januar verpflichteten die Towerstars Maxim Scholl. Der 19-jährige Stürmer ließ mit starken Werten in der DNL aufhorchen, wo er für die U20 des EV Landshut sehr gut punktete (20 Tore und 21 Assists in 35 Spielen). In den vergangenen beiden Spielzeiten sammelte der talentierte Nachwuchsspieler bereits Erfahrung in der Oberliga. In seine ersten sechs DEL2-Einsätzen gelang Scholl bislang ein Assist.
Trotz zuletzt starker Leistungen gibt es auch in Ravensburg Raum für Optimierungen. Die schwache Quote bei den Anspielen (46,7%) bedeutet Mehrarbeit in Sachen Scheibeneroberung für das Team. Auch bei den Special Teams ist Luft nach oben. Die Gesamteffizienz bei numerischer Ungleichheit auf dem Eis liegt bei 91,5%. Die Penaltykilling-Quote von 76,9% liegt im unteren Ligadurchschnitt. Dabei gelangen den Towerstars allerdings auch bereits sechs Shorthander, von denen drei Mark Rassell erzielte. Im Powerplay gelang den Ravensburgern lediglich bei 14,6% aller Situationen ein Treffer, der schwächste Wert aller DEL2-Mannschaften.
Nach Siegen steht es in der laufenden Saison 2:1 für unsere Schlittenhunde. Am achten Spieltag mussten die Huskies eine 3:5 Niederlage in der CHG-Arena hinnehmen. Die beiden letzten Aufeinandertreffen entschieden die Nordhessen für sich. Ende November feierten sie einen 5:2-Heimsieg. Mitte Januar entführten die Huskies beim 4:2-Sieg die Punkte nach Kassel.
Im A-Block ist noch ein Restkontingent an Sitzplätzen verfügbar. Außerdem werden im Zweitmarkt in der Huskies-App noch Tickets angeboten. Das Spiel kann wie gewohnt live bei Sporteurope.TV verfolgt werden.