Kassel Huskies und Hockey is Diversity setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung

Hockey is Diversity arbeitet am Vortag des Heimspiels gegen Memmingen mit Nachwuchsspielern der Kassel Huskies – Erinnerung an Ferhat Unvar und Bildungsarbeit gegen Rassismus stehen im Mittelpunkt.

Kassel/Berlin, Oktober 2026. Wenn die Kassel Huskies am Freitag, 9. Oktober 2026, um 19:30 Uhr auf die ECDC Memmingen Indians treffen, steht der Abend ligaweit im Zeichen des Pinktober. 

Bereits einen Tag zuvor setzen die Kassel Huskies gemeinsam mit Hockey is Diversity einen weiteren gesellschaftlichen Schwerpunkt: Am Donnerstag, 8. Oktober, arbeitet Hockey is Diversity mit Nachwuchsspielern der Huskies zum Thema Rassismus, Diskriminierung und Verantwortung innerhalb einer Mannschaft. Für Hockey is Diversity ist genau diese Arbeit mit jungen Menschen der Kern nachhaltiger Antidiskriminierungsarbeit. 

„Ein Aktionstag allein verändert noch keine Kultur“, sagt Dr. Martin Hyun, Gründer und Vorsitzender von Hockey is Diversity. „Wir kennen das aus dem Sport: Was wir wirklich beherrschen wollen, müssen wir trainieren, wiederholen und immer wieder einüben. Mit einer offenen und respektvollen Vereinskultur ist es nicht anders. Sie entsteht durch die Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen – in der Kabine, auf dem Eis, auf der Tribüne und im Umgang miteinander. Wenn wir immer wieder entscheiden hinzusehen, füreinander einzustehen und Ausgrenzung nicht einfach stehen zu lassen, wird daraus irgendwann etwas Selbstverständliches. Und genau dann wird aus einzelnen Entscheidungen eine Kultur.“ 

Ein besonderer inhaltlicher Bezug des Spieltags gilt der Bildungsinitiative Ferhat Unvar und ihrer Gründerin Serpil Temiz Unvar. Ihr Sohn Ferhat Unvar war 23 Jahre alt, als er am 19. Februar 2020 in Hanau bei einem rassistischen Anschlag ermordet wurde. Neun Menschen wurden an diesem Abend aus rassistischen Motiven getötet. 

Aus der Trauer und dem Engagement seiner Familie entstand die Bildungsinitiative Ferhat Unvar. Sie schafft Räume, in denen insbesondere junge Menschen über Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung sprechen können, und vermittelt Möglichkeiten, Ausgrenzung zu erkennen und ihr entgegenzutreten. 

„Serpil hat ihren Sohn durch rassistischen Hass verloren und dennoch die Kraft gefunden, mit jungen Menschen zu arbeiten und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen. Das beeindruckt mich sehr“, sagt Martin Hyun. „Für uns geht es deshalb nicht um einen einzelnen symbolischen Moment in der Arena. Entscheidend ist, dass wir die Aufmerksamkeit schaffen und was wir jungen Menschen mitgeben können: hinzusehen, füreinander einzustehen und einen Mitspieler nicht allein zu lassen, wenn er ausgegrenzt wird. Genau dort beginnt Verantwortung.“ 

„Eishockey lebt von Gemeinschaft und davon, füreinander einzustehen. Diese Werte wollen wir nicht nur bei unseren Spielen auf dem Eis vermitteln. Gerade im Nachwuchs haben wir die Verantwortung, junge Menschen auch für Themen wie Rassismus und Diskriminierung zu sensibilisieren. Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit Hockey is Diversity sehr wichtig und wir freuen uns, Serpil Temiz Unvar bei uns in Kassel begrüßen zu dürfen.“, sagt Derek Dinger, Geschäftsführer der Kassel Huskies. 

Über Hockey is Diversity 

Hockey is Diversity engagiert sich seit vielen Jahren gegen Rassismus und Diskriminierung und für mehr Vielfalt und Teilhabe im Eishockey. Der gemeinnützige Verein arbeitet mit Proficlubs, Nachwuchsteams, Ligen, Fans und weiteren Akteuren des Sports zusammen. Zum Engagement gehören Workshops und Schulungen mit jungen Spielerinnen und Spielern, Hockey is Diversity-Spieltage, Gespräche mit Vereinen und Verantwortlichen sowie konkrete Projekte, die Begegnung und Zugänge zum Eishockey ermöglichen.

Über die Bildungsinitiative Ferhat Unvar 

Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar wurde von Serpil Temiz Unvar gemeinsam mit Freundinnen und Freunden Ferhats ins Leben gerufen. Sie bietet insbesondere jungen Menschen Räume, um Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung zu thematisieren, und arbeitet unter anderem mit Peer-to-Peer-Workshops zu Antidiskriminierung und zum rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020. 

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