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Kennste noch... Jedrzej "Jay Jay" Kasperczyk?

Kennste noch? In den nächsten Wochen blicken wir etwas zurück in die Geschichte unserer Huskies. Dabei wollen wir verdiente Spieler in den Mittelpunkt stellen, die zu ihrer aktiven Huskies-Zeit vielleicht nicht unbedingt im Rampenlicht standen, aber dennoch einen bleibenden Eindruck in Nordhessen hinterlassen haben.

Wir starten unsere kleine Serie mit einem derer Spieler, der die bedeutsame Phase des Übergangs unserer Schlittenhunde, vom ambitionierten Zweitligisten zum DEL-Gründungsmitglied, so unnachahmlich auf dem Eis verkörperte. 

Die Rede ist von Jedrzej Kasperczyk! Der deutsch-polnische Stürmer lief von 1993 bis 1996 für die Schlittenhunde auf. In seinem ersten Jahr in Kassel ließ es „Jay Jay“ in der Zweiten Liga ordentlich krachen, wurde hinter dem herausragenden Mike Millar und Kapitän Brian Hills drittbester Scorer des ECK und avancierte in kürzester Zeit zum Publikumsliebling. In 65 Spielen verbuchte der 175cm große kampfstarke Stürmer 72 Punkte. Schnell widmeten die Kasseler Fans ihm einen eigenen Anfeuerungsruf, der nach seinen Torerfolgen durch die Eissporthalle hallte. „Ja, jetzt wo du es sagst, erinnere ich mich natürlich“ sagt Jay Jay lachend am Telefon. Und Gelegenheit zum Tore feiern gab es zuhauf. Mit 38 Treffern trug der quirlige Center zu einer sehr erfolgreichen und erinnerungswürdigen Saison in der Geschichte unserer Huskies bei, der letzten als ECK. Als Zweitligavizemeister qualifizierte sich der Club für die neugegründete DEL und sollte zum ersten Mal in der Belletage des deutschen Eishockeys spielen. 

Auch an Kasperczyk machte sich die Frage der Fans und Experten fest: können die neuformierten Huskies mit den etablierten Erstligisten aus Landshut, Mannheim und Köln mithalten? Die Antwort lautete: Absolut! In ihren beiden ersten DEL-Spielzeiten zogen unsere Huskies von den Tabellenplätzen 7 und 9 in das damals noch ausgetragene Achtelfinale ein. In den beiden hochemotionalen Playoff-Serien setzten sich die Schlittenhunde jeweils gegen die Frankfurt Lions durch. „Ich erinnere mich an die Serien, habe aber stets versucht, mich auf mein Spiel zu konzentrieren, egal gegen welchen Gegner es ging. Ob es ein Derby war oder nicht versuchte ich dabei auszublenden. Ich weiß natürlich um die Bedeutsamkeit dieser Spiele und auch mit welcher Emotionalität beide Serien ausgetragen wurden.“ Auch Jedrzej konnte seine starken Leistungen in Deutschlands neuer Eliteliga bestätigen. In der DEL-Premierensaison gelangen ihm inklusive Playoffs 50 Scorerpunkte in 52 Partien. „Wir waren ein richtig starkes Team, auf und neben dem Eis. Spieler aus sieben Nationen, alle haben sich wunderbar verstanden und zusammengehalten. Die Stimmung in der Kabine war herausragend. Dazu hatten wir als Underdog keinen sonderlich hohen Druck von außen“ erklärt der 58-Jährige im Gespräch.

Nach drei überaus erfolgreichen Jahren in Nordhessen wechselte der in Katowice geborene Stürmer innerhalb der Liga zu den Wedemark Scorpions, die er jedoch nach 13 Spielen in Richtung 1. Liga Nord zum EHC Neuwied wieder verließ. Dort gewann Kasperczyk die Meisterschaft und den DEB-Ligapokal. Die längste Zeit verbrachte er dann bei den Icefighters Leipzig in der Oberliga. Dort beendete er 2015 seine fast 30-jährige Profikarriere und wechselte endgültig auf die andere Seite der Bande. Die Rolle als Assistenztrainer, die er von nun an noch drei weitere Jahre hauptamtlich ausführen sollte, bekleidete er bereits in seinen letzten beiden Jahren als aktiver Spieler. 2016 feierte er bei seinem Abschiedsspiel mit seinem „Team Kaspi“ und vielen Weggefährten seinen Ausstand. Zu diesem Anlass gaben sich zahlreiche Kasseler Weggefährten wie Tino Boos, Falk Ozellis, Ireneusz Pacula oder Petr Kwasigroch die Ehre.

1024 Profispiele absolvierte Kasperczyk in seiner aktiven Zeit zwischen Oberliga und DEL. „Und dann noch aus Spaß ein bisschen Regionalliga hier und da“ ergänzt der sympathische Ex-Husky. Mit 475 Punkten aus 475 Spielen hinterließ er vor allem in der zweiten Eishockeyliga bleibenden Eindruck. Aber auch in der DEL war der Deutsch-Pole ein Punktegarant. In 110 DEL-Spielen im Kasseler Trikot gelangen ihm 82 Punkte. „Ich hatte in Kassel die schönste Zeit meiner langen Karriere! Von den Mitspielern, über die Mitarbeiter und den Vorstand bis zu den großartigen Fans – es hat einfach Spaß gemacht.“

Natürlich ist Jay Jay dem Eishockey weiterhin verbunden, „aber es geht auch ohne. Es ist nicht mehr mein Lebensmittelpunkt. Ich verfolge natürlich das Geschehen und bin hier und da beratend tätig, wenn ich gefragt werde. Zum letzten Mal in der Eissporthalle Kassel war ich als aktiver Spieler für die Icefighters Leipzig. Das dürfte mittlerweile über zehn Jahre her sein. Ich bin aber über die Entwicklungen bei den Huskies und der Probonio Arena bestens informiert“.

Na, dann wird es aber Zeit mal wieder vorbeizuschauen. „So ist es! Ich melde mich, Grüße an alle Huskies Fans und hoffentlich bis bald einmal!“ 

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