SerienchECK: Bietigheim Steelers
Morgen treten unsere Jungs zum ersten Halbfinalspiel gegen die Bietigheim Steelers an. In unserem SerienchECK werfen wir einen Blick auf unsere Gäste, die gemeinsame Historie beider Teams und die anstehende Best-of-Seven-Serie.
In der DEL2-Geschichte trafen Steelers und Huskies zweimal im Finale aufeinander. 2016 gelang den Schlittenhunden dabei mit einem Sweep die Meisterschaft in der eigenen Halle. Fünf Jahre später jubelten die Steelers in Kassel, nachdem man in der Best-of-Five-Serie nach 2:0-Rückstand das entscheidende Spiel in Nordhessen erzwang und gewann. Vom Bietigheimer Finalkader 2021 steht neben Tim Schüle und Benjamin Zientek noch Alexander Preibisch im aktuellen Aufgebot. Der Kapitän der Steelers verlängerte unlängst seinen Vertrag und geht damit in seine zehnte Saison für die Baden-Württemberger. Während der gebürtige Bietigheim-Bissinger Schüle zwischenzeitlich ein Jahr für Augsburg aufs Eis ging und Zientek zwei Jahre für den EV Landshut die Schlittschuhe schnürte, erlebte „Preibo“ sämtliche Höhen und Tiefen der vergangenen Jahre bei den Steelers mit. Für die Huskies steht aus dem 2020/2021er Kader nur noch Marco Müller auf dem Eis. Zwei Teamkollegen aus dem Finalkader, Derek Dinger und Michi Christ, ziehen mittlerweile bekanntermaßen die Fäden hinter den Kulissen. Für Sören Sturm, Mitglied der Kasseler Meistermannschaft und jetzt bei den Steelers unter Vertrag, ist die aktuelle Saison nach einer Verletzung, genauso wie für Zientek, leider beendet.
Für die Ellentaler war die jüngere Vereinsgeschichte äußerst bewegt. Nach der DEL2-Meisterschaft 2021 und dem damit verbundenen Aufstieg spielte das Team zwei Jahre in der PennyDEL. Dem sportlichen Abstieg als Hauptrundenletzter 2023 folgte eine DEL2-Saison zum Vergessen. Als wiederum Tabellenletzter stand man nach zwei verlorenen Playdown-Runden gegen Rosenheim und Selb als Oberliga-Absteiger fest. Als erstes Team im deutschen Profi-Eishockey wurde Bietigheim von der ersten in die dritte Liga durchgereicht. Der viel umjubelte Wiederaufstieg gelang postwendend. In der Finalserie 2025 um den DEL2-Aufstieg setzten sich die Steelers gegen die Hannover Scorpions durch.
Somit stand zur aktuellen Spielzeit die Rückkehr eines der prägendsten Teams der DEL2-Geschichte an. Als letzter Meister der damaligen Zweiten Bundesliga dominierten die Ellentaler die neue DEL2 in deren Anfangsjahren deutlich. Ab dem DEL2-Gründungsjahr 2014 stand Bietigheim fünfmal in Folge im Finale der zweithöchsten deutschen Spielklasse. 2018 und 2021 krönten sie sich zum Meister. Welches Gesicht würden die Steelers nach der emotionalen Achterbahnfahrt der letzten Jahe zeigen?
Am Anfang der Saison brauchte das Team von Cheftrainer Alexander Dück offensichtlich Zeit, sich einzugrooven. Früh fand man sich im Tabellenkeller der DEL2 wieder und mancher so genannte Experte prognostizierte den Steelers eine schwere Saison mit drohenden Playdowns. Die Wende gelang dem Team im Dezember. Nach der Findungsphase, die vor allem im Defensivverbund einige Zeit brauchte, traten die Steelers als geschlossene Einheit mit gut abgestimmten Reihen auf und arbeiteten sich in der Tabelle kontinuierlich nach oben. Vor allem in der Offensive machten in der zweiten Saisonhälfte die wenigsten Teams der Liga Bietigheim etwas vor. Am Ende erzielten die Steelers die drittmeisten Tore nach Krefeld und Kassel. Die Offensive lebt maximal von den starken Kontingentspielern. Nach der Hauptrunde standen mit Dugan, Kemp, Racuk und Fonstad vier Ausländer im teaminternen Ranking auf den ersten vier Plätzen. Jack Dugan (67 Punkte) und Brett Kemp (63 Punkte) sind auf den Plätzen Drei und Vier der DEL2-Hauptrunden-Topscorer zu finden. Dugan ist nicht nur ob seiner spielerischen und offensiven Qualitäten ein auffälliger Akteur. Mit 113 Strafminuten ist der Amerikaner der meistbestrafte DEL2-Spieler. Bietigheim stand nach der Hauptrunde auf dem letzten Platz der Fairplay-Tabelle. Dugan hat, neben Marek Racuk, die einzige positive Bilanz aller Steelers-Center am Anspielpunkt vorzuweisen. Insgesamt liegt die Erfolgsquote beim Bully bei 46 Prozent. Nur Weiden hat weniger Anspiele gewonnen. Die Special Teams pendelten sich in der Hauptrunde bei einer Gesamteffizienz von 101,9 Prozent ein. Vor allem die 23,8 Prozent Überzahl-Erfolgsquote ist dafür verantwortlich. 78,1 Prozent überstandene Situationen in Unterzahl sind ein durchschnittlicher Wert. Die beste Plus-Minus-Bilanz im Team hatte nach der Hauptrunde Marek Racuk (+21) vorzuweisen. Der tschechische Stürmer leistete mit knapp über 23 Minuten pro Spiel die meiste Eiszeit aller Steelers-Spieler ab. Sein Ausfall trifft die Steelers schwer. Auffällig ist, dass bei Bietigheim gleich sechs Spieler jeweils über 20 Minuten Eiszeit pro Spiel vorzuweisen hatten. Bei den Huskies betrifft das ausschließlich Bode Wilde (22:36 Minuten).
Am Ende der Hauptrunde stand für den Aufsteiger ein starker fünfter Tabellenplatz und die direkte Playoff-Qualifikation. Und die erwartet enge Serie im Baden-Württemberg-Derby gegen die Ravensburg Towerstars hielt, was sie versprach. Über sieben Spiele ging das Duell, dabei mussten die Teams fünfmal in die Verlängerung. Gestern Abend setzten sich die Steelers dann mit 4:2 in Ravensburg durch. Herausragender Akteur der Serie auf Bietigheimer Seite war Cole Fonstad. Der kanadische Stürmer sammelte in der Viertelfinalserie unglaubliche 19 Scorerpunkte und erzielte zehn Tore. Auch Jack Dugan gelangen in den sieben Spielen starke 15 Punkte (3 Tore). Damit führen die beiden Kontingentspieler die ligaweite Playoff-Topscorer-Liste mit deutlichem Abstand an.
Im Tor vertrauen die Verantwortlichen primär auf die Dienste von Olafr Schmidt. Der Deutsch-Kanadier konnte in der Viertelfinalserie in sechs Spielen 89,2 Pozent aller Schüsse abwehren. Backup von Schmidt ist Florian Mnich.
Neben den bereits erwähnten Ausfällen ist der Einsatz von Jushua Rust fraglich. Er konnte bislang noch keine Playoff-Partie bestreiten. Kemp, der nach einem Bodycheck in Spiel 5 die vorletzte Begegnung angeschlagen verpasste, war gestern wieder mit von der Partie.
Von den vier Hauptrunden-Duellen gegen die Steelers entschieden die Huskies drei zu ihren Gunsten. Am ersten Spieltag entführte man beim knappen 2:1-Sieg die Punkte aus der EgeTrans Arena. Auch beim zweiten Auswärtsspiel Anfang Januar, vor über 800 via Sonderzug mitgereisten Kasseler Fans, ließen die Schlittenhunde nichts anbrennen und gewannen deutlich mit 7:1. Die EgeTrans Arena war an diesem Tag ausverkauft. Insgesamt fünfmal wurde in der Hauptrunde die Gesamt-Kapazität der Halle beansprucht. Überhaupt konnten sich die Verantwortlichen über einen neuen Zuschauerrekord freuen. Über die gesamte Hauptrunde besuchten 96 000 Fans die Steelers-Heimspiele. Damit wurde der bisherige Rekord aus der DEL-Spielzeit 2022/2023 um 16 000 Fans deutlich verbessert.
In der heimischen Probonio Arena gelang den Huskies Anfang November ein ungefährdeter 4:0-Sieg. Beim bis dato letzten Aufeinandertreffen beider Teams in Kassel, gelang den Steelers Ende Januar mit einem 5:4-Erfolg nach Verlängerung der erste Saisonsieg gegen den ECK.
Nun werden die Karten neu gemischt. Wir sind heiß auf die Halbfinalserie! Spiel 1 gegen die Steelers beginnt am morgigen Donnerstag um 19:30 Uhr. Das Spiel kann wie gewohnt auch über Sporteurope.TV gebucht werden. Wir freuen uns auf euch!